BMFSFJ DL mitFoerderzusatz RZ  

 

 

Projekte 2018

2018 wurden acht Projekte und sechs Mini-Projekte durchgeführt.


 

"TOLERANZTRAINING - Keine Chance für Diskriminierung, Mobbing, Rassismus & Co."

 

Projektträger:

Verein Miteinander leben e.V.

Projektzeitraum: Juni bis Dezember 2018

 

Das "TOLERANZTRAINING" wurde jeweils mit vier zweitägigen Workshoptagen pro Klasse am Europa Gymnasium Schwarzenbek sowie mit einem zweitägigen Workshoptag mit einer Klasse an der Gemeinschaftsschule Mölln von Referent Ercan Kök durchgeführt. Das Ziel war das Aufzeigen verschiedener Formen der Diskriminierung und wo sie im Alltag versteckt sind. Es wurde den Jugendlichen durch eine frühe Diskussionsrunde ermöglicht, den Schwerpunkt und Verlauf des Workshops mitzubestimmen. Ein wichtiger Punkt des Toleranztraining war die Auseinandersetzung mit Fragen wie: "Wo habe und wurde ich, auf welche Art - von Wem - diskriminiert?", "Was macht Diskriminierung mit dem Menschen?", "Wieso diskriminieren wir?", "Hat Toleranz Grenzen?". Die Jugendlichen wählten zwischen Positionierungsübungen, bei denen die Meinung des_der Einzelnen im Vordergrund steht; Gruppenübungen, welche die Erfahrungen des_der Einzelnen im Zusammenhang mit der Gruppe betrachten und somit aufzeigen, dass jede_r von der Thematik betroffen ist; Theaterszenen, jenen die Möglichkeit bieten die Thematik aufzugreifen und sie auf eigene Art kreativ darzustellen.

Das Toleranztraining hat sich im Jahresverlauf gut im Einzugsbereich weiter etablieren können. So nahmen in den fünf Einheiten über 110 Schüler_innen das Angebot wahr.

 


 

"Politik ist uns nicht Wurst” - Kreisweite Aktionen zu den Kommunalwahlen"

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: April bis Mai 2018

 

Bei „Politik ist uns nicht Wurst“ traf Jugend an vier Orten auf Kommunalpolitik. Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg (KJR) hatte im Vorwege der Kommunalwahl nach Berkenthin, Lütau und Breitenfelde junge Menschen eingeladen, um mit der Kommunalpolitik bei Wurst und Grillkäse ins Gespräch zu kommen. Zudem gab es in Kooperation mit dem Stadtjugendring Geesthacht eine Veranstaltung im Jugendhaus Düne unter dem Motto „Speed-Dating“. Beiden Jugendringen ist es wichtig, dass junge Menschen mit Politiker_innen ins Gespräch kommen. Sie sollen ihnen auf Augenhöhe begegnen und ihnen von ihren Herausforderungen berichten können. Gleichzeitig hat Politik so die Chance direkt darauf einzugehen. Dieses Format wurde im Vorfeld u.a. unter Beteiligung von KJR-Mitgliedern entwickelt.


Es stand das Gespräch am Stehtisch oder in der Sitzecke bei Grillwurst/ -käse im Vordergrund. Der Kreisjugendring hatte bewusst öffentliche Plätze im ländlichen Raum für seine „Politik ist uns nicht Wurst“ – Aktionen gewählt; auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Berkenthin, auf dem Dorfplatz in Lütau und auf dem Kirchparkplatz in Breitenfelde. Die eingeladenen Politiker_innen, die entweder für den Kreistag oder die Gemeindevertretung kandidierten, nutzten zahlreich die Möglichkeit, um mit jungen Menschen zu diskutieren. An allen vier Orten wurde angeregt über verschiedene Themen gesprochen. Neben den vom Setting her informell gestalteten Gesprächsrunden stellten sich die Politiker_innen in kleinen Talkrunden auch den Fragen des KJR. Hierbei spielten insbesondere die jugendpolitischen Überlegungen, die der KJR auf seiner Vollversammlung verabschiedet hatte, eine große Rolle:


Wie steht es um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, wie kann die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit gefördert werden, müssen Angebote für Kinder und Jugendliche nicht von Hallennutzungsgebühren befreit sein, wie kann eine attraktive politische Bildung aussehen und wie steht es eigentlich um die Mobilität und kostengünstige Wohnungen im Kreis? Beim Speed-Dating in Geesthacht ging es auch um lokale Themen, wie die Schließung des BBZ oder die Bahnanbindung. „Bei der Kommunalwahl entscheiden wir, wer in den nächsten fünf Jahren über jene Themen bestimmt, die bei uns vor der Haustür passieren“, so die Vertreter_innen des Kreisjugendringes und des Stadtjugendringes.


Am 2.5. fand die letzte Aktion in Breitenfelde statt. Rund 60 Teilnehmende waren auf dem Parkplatz an der Kirche, um zu diskutieren. „Wir freuen uns, dass verschiedene Vereine der Jugendarbeit heute dabei sind, egal ob vom Jugendrotkreuz, der Jugendfeuerwehr, der evangelischen Jugend oder der Landjugend“; so Eugenia Roo, zweite Vorsitzende des KJR. „Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, egal ob Eltern, Politik, Verwaltung, Kita, Schule oder Jugendarbeit, Kindern und Jugendlichen Politik erlebbar zu machen und sie von klein auf an den Entscheidungen, die sie betreffen ernsthaft zu beteiligen“, so Arne Strickrodt, Geschäftsführer vom KJR.


Die Gesprächsrunden wurden durch das Hauptamt und den Vorstand des KJR vorberietet sowie durchgesetzt. Unterstützung erfuhr er durch junge Ehrenamtliche des Kreisjugendringes sowie der örtlichen Jugendvereine und –verbände.

 


 

Zweitägige Berlinfahrt als Folgeveranstaltung zum Workshop mit Planspiel ”Wenn du mich fragst...”

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: Februar 2018

 

55 junge Menschen nahmen im Dezember 2017 am Workshop mit Planspiel „Wenn du mich fragst…“ des Kreisjugendrings Herzogtum Lauenburg in Ratzeburg teil und setzten sich mit Themen rund um Kommunalpolitik und Beteiligungsmöglichkeiten auseinander. Vom 1. bis 2. Februar fuhren 32 der Teilnehmenden gemeinsam nach Berlin. Die Fahrt, die auf Initiative der Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann, Nina Scheer und Konstantin von Notz als Folgeveranstaltung vom Kreisjugendring organisiert wurde, hatte zum Ziel, den jungen Menschen weitere Einblicke in politische Entscheidungsprozesse unserer Demokratie zu ermöglichen. Begleitet und betreut wurden die Teilnehmenden von der lokalen Koordinierungs- und Fachstelle, der zweiten Vorsitzenden des KJR, einer Lehrkraft sowie einer örtlichen Jugendpflege.


Am ersten Tag stand ein Besuch des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über die Behörde, welche die Gesetze und Initiativen, die junge Menschen betreffen, entwickelt und betreut. Ebenso diskutierte die Gruppe mit der Referentin Themen wie bürgerschaftliches Engagement und die Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Jugendlichen erzählten zudem von ihrem Engagement in Kinder- und Jugendbeiräten, Jungparteien, Schüler_innenvertretungen und Jugendverbänden. Dabei stoß bei der Referentin des Bundesministeriums auch die lokale Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ hier im Kreis auf Interesse.


Anschließend machte sich die Gruppe auf den Weg in die Gedenkstätte Berlin-Hoheschönhausen. Auf dem Gelände der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR wurden die Jugendlichen von Zeitzeugen in Kleingruppen über das Gelände geführt. Die ehe-maligen Inhaftierten vermittelten in sehr anschaulicher und bewegender Weise, mit welchen unmenschlichen Methoden die kommunistische Diktatur noch bis Ende der 80er Jahre sehr viele Menschen teils über Monate bis Jahre festhielt, allein mit dem Ziel, sie psychisch zu brechen. Die Berichte der Zeitzeugen waren wahrlich Plädoyers für eine freiheitliche und rechtsstaatliche Demokratie, für die es sich auch und gerade in jungen Jahren lohnt einzusetzen. Die Vermittlung dieses Blicks auf unsere Geschichte war bereits in der Planung der Bildungsfahrt sehr wichtig, um zu vermitteln, warum es immer notwendig sein wird, sich aktiv an einer Demokratie zu beteiligen. Die persönliche Geschichte und die Erfahrungen der Zeitzeugen beeindruckten die Jugendlichen sichtlich im hohen Maße.


Am zweiten Tag des Besuchs der Bundeshauptstadt stand ein Gespräch mit den Abgeordneten aus dem Kreis im Paul-Löbe-Haus an. Jedoch führte der Weg dorthin über die East Side-Gallery am Spreeufer. Der zeitgeschichtliche Ort wurde von den Jugendlichen als sehr interessanter Tagespunkt wahrgenommen, auch weil er heute durch seine vielfältige Streetart einen jugendkulturellen Zugang zur Geschichte schafft. Die meisten Teilnehmenden besuchten zum ersten Mal die East Side-Gallery und sahen auch zum ersten Mal mit eigenen Augen Überbleibsel der ehemaligen Mauer. Der Ort ließ die Möglichkeit sich individuell wie als Gruppe mit der ehemaligen Grenze greifbar auseinander zu setzen. Insbesondere die gesellschaftspolitische Streetart auf der ehemaligen Mauer fanden großes Interesse bei den jungen Menschen und führten zu Gesprächen untereinander und einer Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Regime. Fragen zur Trennung der Stadt bzw. dem Land und Europa und der Welt und was dies für die direkt Betroffenen in der DDR zur Folge hatte, kamen auf und wurden diskutiert.


Bei Ankunft im Paul-Löbe-Haus war das Eis sofort gebrochen und Themen, über welche die Jugendlichen mit Norbert Brackmann und Konstantin von Notz ins Gespräch kamen, waren schnell gefunden. Nina Scheer ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. Von Interesse war dabei unter anderem die Arbeitsweise des Parlaments, das Engagement der Abgeordneten im Bereich Jugend oder die Möglichkeit in den Büros der Abgeordneten Praktika zu machen. Natürlich waren tagespolitische Berichte, wie beispielsweise über die aktuellen Sondierungs- und Koalitionsgespräche bei den Jugendlichen ebenfalls von großem Interesse. Umso größer war die Freude, als die Gruppe nach dem Mittagessen überraschender Weise Zutritt zum Plenum im Bundestag erhielt und den Redner_innen in der Aktuellen Stunde zum Thema Abgasversuche an Menschen und Affen folgen durfte. Anschließend ging es gemeinsam auf die Reichstagskuppel.


So endete die Berlinfahrt mit einem abwechslungsreichen Programm, vielfältigen Eindrücken und Begegnungen und alle fuhren Freitagabend äußerst zufrieden nach Hause. In der abschließenden Kurzevaluation war das Feedback durchweg positiv und Folgeveranstaltungen wie diese wurden ausdrücklich gewünscht.

 


 

"Interkulturelle Begegnung mit Südafrika"

 

Projektträger:

Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband Herzogtum Lauenburg e. V.             

Projektzeitraum: Juni bis September 2018

 

In einer viertägigen interkulturellen Begegnung erfuhren Schüler_innen des Möllner Marion Dönhoff-Gymnasiums in verschiedenen gemeinsamen Workshops sowie einer Tanz- und Theateraufführung mit den südafrikanischen Jugendlichen der KinderKulturKarawane eine intensive soziale und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit der „Rainbow Nation“, wie Südafrika auch genannt wird, und welche durch das Zusammenleben verschiedener Völker charakterisiert ist.

 

Neben den persönlichen Begegnungen - verbunden mit der Herzlichkeit der südafrikanischen Gäste -, welches durch die privaten Unterkünfte bei Schüler_innen gefördert wurde, wurde sich während der verschiedenen Workshops und Aufführungen einerseits mit der faszinierenden Kultur (Tanz/Musik) Südafrikas beschäftigt. Andererseits wurden auch Herausforderungen wie eine Gewalt- und Drogenproblematik zum Thema gemacht und in Kontexte der hiesigen Schüler_innen gestellt. Dies erfolgte durch gemeinsame Anti-Gewalt- und Musik-Workshops im Marion-Dönhoff-Gymnasium unter Begleitung des Kinderschutzbundes. Die soziale Situation Südafrikas wurde durch das Theaterstück "Broken - Zerbrochen" den Schüler_innen vermittelt.

 

Die Resonanz der beteiligten südafrikanischen und Möllner Jugendlichen war von gegenseitigem Respekt und dem Wunsch auch etwas Persönliches von dem "anderen" durch Gespräche und Unterhaltungen z.B. beim Tanzworkshop zu erfahren. Insgesamt war die gesamte Begegnung von großer Herzlichkeit geprägt. Das zeigte sich bereits bei dem Empfang. Die M.U.K.A. Gruppe stimmte spontan südafrikanische Lieder an, die die Möllner Jugendlichen und ihre anwesenden Eltern spontan mitsangen. Das Interesse der Möllner_innen zeigte sich auch nach dem Theaterstück. In kleinen Gruppen wurde noch nach der Veranstaltung über den Inhalt weiter diskutiert. Die teils gemeinsamen Darbietungen auf dem 15. Drachenfest mit Gesang und Tanz der M.U.K.A. Gruppe wurde von den ca. 550 Zuschauer_innen mit viel Beifall honoriert. Die Möllner Schüler_innen führten den im Workshop erarbeiteten Tanz, zusammen mit der M.U.K.A. Gruppe sehr emotional auf.

 

Die Beteiligung von insgesamt 240 Jugendlichen an den Anti-Gewalt- und Musik/Tanz-Workshops sowie der Schüler_innen der Gastfamilien ergeben zahlreiche Multiplikator_innen. Diese Erfahrungen sollen z.B. über die Teilnehmenden und die Schulsozialarbeiter_innen in den Bereich der Konfliktlotsen einfließen und nachhaltig genutzt werden.

 


 

"Experience – (Um-)Welt gestalten – Demokratietheater"

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: Juli 2018

 

Demokratie braucht aktive Menschen und nicht nur Wissende. Demokratie ist die Grundordnung unserer Gesellschaft. Sie definiert unsere individuellen Rechte und Pflichten, unser gemeinsames Wertesystem und gibt die Spielregeln für unser Zusammenleben vor. Doch wo und wie lernt man eigentlich Demokratie? Wir werden nicht als Demokrat_innen geboren und müssen nicht zwangsläufig zu solchen werden.


Oft wird das Thema „Demokratie“ nur als Lerninhalt an unsere Kinder und Jugendliche herangetragen, so dass sie nicht nachvollziehen können, was es für ihr eigenes Leben bedeutet. Welche Rechte haben sie, welche Rolle spielt ihre Meinung und was zählt eigentlich ihre Stimme? Welche wichtigen Kernpunkte macht die Demokratie gegenüber den anderen Regierungsformen zu der einzigen positiven Lebensform? Genau an dieser Stelle setzte das ”theater-camp” bei ”experience” vom 8.-15.07.2018 an: Demokratie erfahrbar und erlebbar machen; zeigen, was die Demokratie für den eigenen Alltag bedeutet. Dafür wurde eine Mischung von Diskussion, Theaterspiel und theaterpädagogischen Übungen eingesetzt.

 

Das theater-camp ermöglichte den 43 Teilnehmenden einen niederschwelligen Zugang zu dem Begriff Demokratie, ermöglichte ein Reflektieren über Werte sowie bisheriges Verhalten und regte die Teil-nehmenden an, wie sie ihre ”(Um-)Welt” selbstverantwortlich gestalten können.

 

Das Zusammenleben, zusammen arbeiten und zusammen Freizeit verbringen bei experience bot viele Beispiele und Vorlagen, zu dem Thema zu arbeiten und somit Demokratie tatsächlich erlebbar zu machen. Im Theatercamp wurden Alltagssituationen aufgegriffen und „überprüft“. Es wurden Fragen gestellt, z.B. wie: Was davon war Demokratie? Wie verhält es sich mit Freiheit und Recht auf freie Meinung und individuelle Entfaltung im Zusammenhang mit Mitmenschen, die mich jeden Tag um-geben? Warum hat das alles mit mir zu tun?

 


 

"gemeinsam unterwegs"

 

Projektträger:

Diakonisches Werk Herzogtum Lauenburg

Projektzeitraum: April bis August 2018

 

In einem kreisweiten Kooperationsprojekt der Kreissportjugend, dem Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg, dem Ortsjugendring Lauenburg und der Jugendförderung des Kreises wurden in diesem Jahr Jugendgruppenleiter_innen für fünf verschiedene Jugendfahrten ausgebildet. Das Team Gleis 21/Stellwerk setzte bei der Ausbildung zum_r Jugendgruppenleiter_in einen besonderen Schwerpunkt auf die interkulturelle und partizipative Ausrichtung. Neben den bekannten Themen und Grundbausteinen der Ausbildung (Teamentwicklung, Leitungsstile, Gruppendynamik usw.) sind zusätzlich interkulturelle Einheiten zu Themen wie Kulturverständnis und Begriffsklärung, Kultursensibilität, Zuwanderungsgeschichte und die Situation von Geflüchteten miteingeflossen. Stereotypisierung und Fremdängste sollten während dieser Schulung abgebaut werden und die angehenden Jugendgruppenleiter_innen wurden in ihrer Sensibilität für individuelle Lebensgestaltungen gefördert und darin gestärkt mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu interagieren.

 

Dabei wurde grundsätzlich von einem dynamischen Kulturbegriff ausgegangen, der kulturelle Vielfalt als Bereicherung erlebt und Integration als ein beiderseitiger Prozess des aufeinander Zugehens versteht. Auch wurden den künftigen Jugendgruppenleiter_innen unterschiedliche Methoden demokratischer Partizipation vermittelt. Die jungen Betreuer_innen wandten diese Methoden sowohl vor als auch während der Fahrt mit der gesamten Gruppe der jungen Teilnehmer_innen an und bezogen sie somit in die Gestaltung und Planung der Fahrt aktiv mit ein. Dadurch wurde den jungen Menschen aktive Teilhabe und Partizipation an demokratischen Prozessen anschaulich vermittelt. Sie wurden befähigt niedrigschwellige Prozesse selbst anzuleiten und umzusetzen.    


Nebst den Lerneinheiten an zwei Wochenenden, waren dabei auch die Ferienfreizeiten ein Teil der Juleica-live Ausbildung.  Diese boten eine hohe integrative Kraft und ein miteinander Wirken - auf persönlicher Ebene wie auch im Kontext ehrenamtlichen Engagements. Wenn junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und auch junge Menschen die noch nicht lange in Deutschland leben innerhalb einer Gemeinschaft zusammen wohnen, essen, spielen, arbeiten oder ihre Alltagssorgen klären müssen, entwickelt sich eine hohe Wirkung in Bezug auf Sprachentwicklung und Aneignung von Lebensgewohnheiten sowie ein positives Verständnis füreinander.

 

Insgesamt wurden 2018 36 Jugendgruppenleiter_innen über die Schulung ausgebildet. Sowohl die Gruppenkonstellation bei den Ausbildungswochenden als auch bei den Fahrten war sehr durchmischt. So haben junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und auch junge Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, daran teilgenommen. Darunter waren es zehn junge Menschen mit Migrationshintergrund, die sich zu Jugendgruppenleiter_innen ausbilden ließen und die jeweiligen Ferienfahrten begleiteten. Über die Möglichkeit an solch einer Maßnahme teilzunehmen, wurden die jungen Menschen im Vorwege durch die Mitarbeiter_innen der Einrichtungen Gleis21 und Stellwerk informiert. Sie wurden beim Antragsverfahren und beantragen von Ausreisegenehmigungen beraten und begleitet. 

 


 

"Wenn du mich fragst... Workshop mit Planspiel"

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: Dezember 2018

 

Die Veranstaltung fand vom 8. bis 9.12.2018 in Kooperation mit planpolitik aus Berlin in der Jugendherberge Ratzeburg statt. Die zwanzig Teilnehmenden waren im Alter zwischen 13 und 22 Jahren und reisten aus dem ganzen Kreisgebiet an. Sie kamen aus Kinder- und Jugendbeiräten, aus Vereinen, aus Schüler_innenvertretungen, aus Jugendorganisationen der Parteien oder waren interessierte junge Menschen. 

 

Im Vorfeld hatte der KJR ehemalige Teilnehmende aus dem Vorjahr befragt. Daraus ergab sich der inhaltliche Schwerpunkt Klimaschutz, welcher einerseits eine inhaltliche Brücke zwischen Planspiel und einer Kampagnenwerkstatt am zweiten Tag schlug, andererseits sich sehr gut für die Verknüpfung von europäischen und kommunalen Handlungsspielräumen eignete. Am zweiten Tag entwickelten die Teilnehmenden in Kleingruppen Kampagnen zu den Themen Klimaschutz und Europawahl.

 

Beide Tage enthielten Programmpunkte, in denen Politiker_innen aus dem Kreis- und Bundestag auf die jungen Menschen trafen. So kamen die Teilnehmenden am ersten Tag im Rahmen eines Fishbowl-Gesprächsformats und anschließenden informellen Kleingruppen ins nähere Gespräch und hatten die Möglichkeit vorbereitete wie spontane Fragen an die Politik zu stellen. Am zweiten Tag wurden die Ergebnisse aus der Kampagnenwerkstatt den Politiker_innen vorgestellt. Anwesend waren an beiden Tagen CDU, SPD, Die Grünen und FDP. Der Kreispräsident hatte im Vorfeld alle Fraktionen des Kreistags eingeladen.

 


 

"Fit für Mitbestimmung 2018"

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: Januar bis Dezember 2018

 

In einem 2,5 tägigen Qualifizierungsseminar vom 16. bis 18. November 2017 wurden bereits 21 Schüler_innen der Klassen 7-11 der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek, der Gemeinschaftsschule der Stadt Mölln und der Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg an einem außerschulischen Ort (CVJM) in Ratzeburg durch drei Referent_innen fortgebildet. Das dazugehörige Reflexionsseminar fand vom 08. bis 09.06.2018 statt. Zum neuen Schuljahr 2018/2019 nahmen vom 15. bis 17. November 2018 wieder 20 Schüler_innen der Klassen 7-11 der Grund- und Gemeinschaftsschule Schwarzenbek, der Ge-meinschaftsschule der Stadt Mölln und der Albinus-Gemeinschaftsschule Lauenburg am Qualifizierungsseminar teil.

 

Das aus Schleswig-Flensburg stammende Konzept sieht zwischen den beiden Seminareinheiten (Qualifizierung und Reflexion) eine Projektphase vor. Innerhalb des Qualifizierungsseminars entwickelten die Schüler_innen der drei Schulen Ideen für ein Projekt, welches sie bis zum Reflexionsseminar umsetzen wollten. Sie standen hierbei im engen Austausch mit der beteiligten Lehrkraft, die in den 6 Monaten bei der Umsetzung beratend und unterstützend zur Verfügung steht und auch selbst teilnehmende Begleitung während der Seminareinheiten ist.

 

Die Qualifizierungs- und Reflexionsseminare haben zum Ziel, die Schulkultur zu verbessern, gruppendynamische Prozesse sowie die Bereitschaft sich für das Gemeinwesen einzusetzen zu fördern. Drei Referent_innen vermittelten Schlüsselqualifikationen, die für die Beteiligung in der Schule (und darüber hinaus) wichtig sind.

 

Inhalte waren:
-    Kenntnisse über demokratische Mitwirkungsprozesse in Schule
-    Rechtliche Grundlagen
-    Präsentations- und Rhetoriktechniken
-    Gruppendynamische Übungen
-    Problemlösungsverfahren
-    Projektmanagement

 

Die Teilnahme von unterschiedlichen Schulen kann für die Durchführung als positiv bewertet werden. So bekamen die Schüler_innen Einblicke in den Schulalltag, die Probleme, Herausforderungen, aber auch die Chancen der jeweils anderen Schule. Die Schüler_innen konnten sich hier durch einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch ergänzen. Andererseits war ebenso festzustellen, dass unterschiedliche Vorerfahrungen andere Level von Herausforderungen und Kenntnissen, wie mit diesen umzughen ist, mit sich brachten. Dies wurde jedoch durch eine Methodenvielfalt von schulübergreifenden und schulinternen Arbeitsphasen und die Begleitung der Referent_innen entsprechend kompensiert.

 


 

"Mini-Projekte"

 

Projektträger:

Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg e.V.

Projektzeitraum: Januar bis Febraur 2018

 

Im Rahmen der Umsetzung der „Partnerschaften für Demokratie“ wird Maßnahmeträger_innen die Möglichkeit geboten kurzfristig und unbürokratisch mit Fördermitteln bis zu 300,- € z.B. auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren zu können. Für die „Mini-Projekte“ ist laut Förderrichtlinie der Partnerschaft für Demokratie ein jährliches Gesamtbudget von 2.500,- € des Aktions- und Initiativfonds vorgesehen.

 

Folgende sieben Mini-Projekte wurden 2018  umgesetzt:

-    Sport- und Begegnungsfest für Kinder aller Nationen
-    Interkulturelle Öffnung im Ferienprogramm
-    Kids-Orga
-    Weltkindertag
-    Gespräche mit Aussicht
-    SV-Mölln

 

Sport- und Begegnungsfest für Kinder aller Nationen
Das Mini-Projekt wurde durch die Integrationslotsen des Kreissportverbands durchgeführt. Sport ist vielseitig, so wie die Menschen auch. Genauso vielseitig wie das Programm am 11. März 2018 waren auch die Gäste. An dem Fest hatten ca. 300 Anwesende die Möglichkeit sich in verschiedenen Sportarten auszuprobieren, aber auch das Zusammenkommen über Geschicklichkeitsspiele und das vorurteilsfreie Miteinander waren das Ziel dieser integrativen Veranstaltung. Nicht nur die Kinder waren begeistert dabei, auch die Eltern probierten sich in vielem aus. Viele Kinder und Erwachsene sind der Einladung zum 1. Sport- und Begegnungsfest gefolgt. Es konnte bei vielen das Interesse für den Sport geweckt bzw. wiedergeweckt werden. Es konnten Kontakte geknüpft oder hergestellt werden. Auch von anderen Städten und Gemeinden wurde Interesse gezeigt, so eine Veranstaltung wechselnd im gesamten Kreis Herzogtum Lauenburg anzubieten.

 

Füreinander-Voneinander-Miteinander
Am 13. und 14.2. fand ein kleines Projekt des Fördervereins der Hachede-Schule Geesthacht (För-derzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung) mit dem Gymnasium Reinbek statt. Die 6. Klasse von dort besuchte die Hachede-Schule und sie führten gemeinsam mit den 3. Klassen ein gemeinsames Projekt „Miteinander gestalten“ durch. Das Ziel war, Akzeptanz des anderen und ein Toleranzverständnis im Alltag zu fördern. Den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums wurde die Chance gegeben zu erkennen, dass ein Leben mit Beeinträchtigungen eine große Herausforderung sein kann, dass man aber mit einer Behinderung eine tolle Schulzeit und ein selbstbestimmtes Leben führen kann. Die Schülerinnen und Schüler der Hachede-Schule konnten sich auf die Begegnung voll einlassen. Aufgrund von personellen Wechseln wurden letztlich jedoch keine Fördermittel abgerufen.

 

Interkulturelle Öffnung im Ferienprogramm
Seit langer Zeit läuft erfolgreich die Aktion Ferienpass in den Sommerferien eines jeden Jahres. In den Städten koordiniert der örtliche Jugendring das Ferienprogramm, das durch vielfältige Vereine unterstützt und durchgeführt wird. Der Kreisjugendring unterstützt die örtlichen Ferienprogramme, indem eine begrenzte finanzielle Förderung durch den Kreisjugendring erfolgt. Im Rahmen der Aktion Ferienpass bestehen durch den niedrigschwelligen Angebotscharakter des Ferienprogramms optimale Bedingungen, um gezielt junge Menschen mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrung an die Angebotsstruktur von Vereinen und Verbänden im allgemeinen heranzuführen und zu integrieren.


Die Siedlerjugend Ratzeburg bringt sich jedes Jahr aufs Neue aktiv und mit vielfältigen Aktionen ein. Mit dem vermehrten Zuzug von Kindern und Jugendlichen aus geflüchteten Familien in den letzten Jahren sollte auch diese Zielgruppe verstärkt angesprochen sowie eine nachhaltige interkulturelle Öffnung vorangetrieben werden. Mit der Fahrt in den Hansapark konnte eine Eintagesveranstaltung gefunden werden, mit der es gelang viele der Kinder und Jugendlichen aus der Zielgruppe anzusprechen und für eine Teilnahme zu begeistern. Für den Ausflug meldeten sich nach direkter Ansprache durch Ehrenamtliche verschiedener Träger und Initiativen 26 Kinder und Jugendliche aus dem Kontext Flucht und Migration an. Diese Hohe Anzahl zu erreichen gelang in dieser Weise zum ersten Mal und wird daher als Erfolg gewertet. Die teilnehmenden Kinder wurden sowohl direkt von ihren Erziehungsberechtigten als auch über die Willkommenskultur angemeldet. Es zeigt, dass die Aktion Ferienpass schrittweise von Familien aus der genannten Zielgruppe wahrgenommen wird.


Darüber hinaus hat das gute Zusammenspiel der Ehrenamtlichen aus der Siedlerjugend sowie der Willkommenskultur durch eine zielgruppenorientierte Ansprache die hohe Beteiligung der anvisierten Kinder und Jugendlichen befördert. Dies soll auch in Zukunft weitergeführt werden.

 

Kids-Orga
Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg führt in 2019 ein STADT-SPIEL durch, bei dem 300 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren zehn Tage lang ihre eigene Stadt gestalten und de-mokratische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse erleben. Auf einem Nachtreffen zum STADT-SPIEL 2017 werteten  ehemaligen Teilnehmende im Rahmen einer Zukunftswerkstatt das STADT-SPIEL aus und entwickelten neue Visionen. Diese Ideen sollten dann im Rahmen eines Kids-Orga-Teams (Vertretungsgremium der Kids) weiterbearbeitet werden, welches sich zum ersten Mal im Rahmen eines Planungswochenendes 2018 trafen.

 

Auf diesem Planungstreffen konnten die Teilnehmenden selbst wählen, welcher Thematik sie sich widmen wollen. Die Ideen, die auf einem Nachtreffen in 2017 durch eine größere Teilnehmendenzahl entstanden sind, wurden durch das Kids-Orga-Team aufgenommen – damit war allen Teilnehmenden klar, dass sie die demokratisch legitimierten Vertreter_innen waren, die nicht nur ihre eigene Meinung sondern auch die Meinungen anderer Kinder und Jugendlichen vertreten mussten. Die Teilnehmenden entwickelten Konzepte, die immer wieder in die Gesamtgruppe zurückgespiegelt wurden und in einem demokratischen Entscheidungsverfahren abgestimmt wurden. Am Ende des Wochenendes wurden die Ideen dem 1. Vorsitzenden und der Projektleiterin des Kreisjugendringes vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Hierdurch ist gewährleistet, dass die Kinder und Jugendlichen sich ernst genommen fühlten und ihre Arbeit wertgeschätzt wird. Es wurde im Kids-Orga-Team in 2018 in mehreren Eintagesveranstaltungen weitergearbeitet, bevor sie dann die Kinder und Jugendlichen im Gesamt-Orga-Team vertreten.

 

Weltkindertag

Der Kreisjugendring Herzogtum Lauenburg ist die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände und versteht sich als Interessenvertreter von Kindern und Jugendlichen. Das Deutsche Kinderhilfswerk setzte in 2018 das Motto ”Kinder brauchen Freiräume”. Der Kreisjugendring arbeitete hierfür mit zwei Grundschulen im Kreisgebiet zusammen. Eine Grundschule ist in Mölln (Fördergebiet von Demokratie leben!: Kreis Herzogtum Lauenburg), eine Grundschule ist in Lütau (Fördergebiet von Demokratie leben!: Stadt Lauenburg/Elbe mit den Ämtern Büchen und Lütau). Aus diesem Grund wurde dieser Antrag an beide Fördergebiete gestellt.


Die Lehrkräfte der Schulen arbeiteten im Vorwege des Weltkindertages am 20.09. in ihren Klassen zu dem Thema Kinderrechte. Hierbei formulierten die Schüler_innen auch ihre Wünsche diesbezüglich auf Postkarten. Am Weltkindertag selbst stiegen alle Postkarten an Luftballons in die Luft  An der Veranstaltung nahmen Politik, Öffentlichkeit sowie die Elternschaft teil. Das Steigenlassen der Luftballons passierte unter Singen des Liedes ”99 Luftballons” von Nena mit angepasstem Liedtext in beiden Orten zeitgleich. Jens Pechel (1. Vorsitzender KJR) betonte ebenso wie Jennifer Rath (stellvertretende Vorsitzende KJR) in Lütau:”Junge Menschen haben ein Recht auf Freiräume, um sich entwickeln und die Welt entdecken zu können. Wir sind in der Verantwortung dafür einen Rahmen zu schaffen.”

 

SV Mölln
Die Schüler_innenvertretung der Gemeinschaftsschule der Stadt Mölln hat im November am Qualifizierungsseminar „Fit für Mitbestimmung“ teilgenommen. Dabei stand die Förderung und Stärkung von Beteiligung und Mitbestimmung von jungen Menschen in (und außerhalb von) Schule im Zentrum. Vor diesem Hintergrund entwickeltn die teilnehmenden Schüler_innen eigene Projekte an ihren Schulen. Ein Ziel der SV Mölln war es dabei, die Klassen 9 und 10 besser zu vernetzen und eine nachhaltige Gemeinschaft herzustellen. Um gemeinsam Zeit zu verbringen und auch den Schulhof mehr zu nutzen wurde eine Weihnachtsfeier organisiert, da diese von Seiten der Schule für die höheren Jahrgänge nicht vorgesehen war.